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Wärme und Geborgenheit mit Stricksocken verschenken

Mit Socken „Wärme“ spenden und Freude schenken.
Das macht der Verein Stricksocken für RheinBerg e.V. aus Bergisch Gladbach mit großem Erfolg bereits seit fast zwei Jahren.

Die großartige Idee des Vereins riss das Wir von Hier Team mit. Wir wollten über den Verein mehr wissen und sprachen mit Sabine Baier, die zusammen mit Thomas Baier und Marita Sennert hinter Stricksocken für RheinBerg steht.

Von 100 Paar Socken auf 4.600

Am Anfang stand die Idee von Sabine Baier: jährlich ca. 100 Paar Socken für die Obdachlosen im Rheinisch-Bergischen Kreis bis Weihnachten zu stricken.

Im letzten Jahr sind es aber 2.600 geworden; seit Mai 2016 wurden insgesamt 4.600 Paar Stricksocken in allen Größen an Obdachlose und von Wohnungsnot bedrohte Menschen sowie an Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen gespendet.

100 Paar Socken in einem Jahr zu stricken – dafür braucht man schon eine ganze Mannschaft. So startete Sabine die Suche nach weiteren Mitstreiter/innen auf Facebook und bereits innerhalb kurzer Zeit meldeten sich viele Mitstricker/innen auf Sabines Aufruf.

Die Anzahl an Unterstützer/innen nahm schnell zu und im November 2017 gründeten Sabine und Thomas Baier einen gemeinnützigen Verein. Rund 20 Mitglieder sind aktuell dabei.

Um bei Stricksocken für RheinBerg e.V. mitzuwirken, ist die Mitgliedschaft im Verein allerdings nicht zwingend. Viele freiwillige Unterstützer/innen beziehungsweise Stricker/innen sind ebenfalls an der Vereinsarbeit beteiligt.

Von Bergisch Gladbach bis nach Berlin

Insbesondere die Unterstützung von Mitbürger/innen aus der eigenen Nachbarschaft ist sehr wichtig für Stricksocken für RheinBerg. Heute werden gestrickte Socken nicht nur an Einrichtungen in Bergisch Gladbach übergeben, sondern auch in ganz unterschiedliche Orte in Nordrhein-Westfalen verteilt.

„Angefangen hat alles im Rheinisch-Bergischen Kreis (Bergisch Gladbach) und zog von dort weitere Kreise. Inzwischen unterstützen wir in NRW auch Einrichtungen in Dortmund, Düren, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Herne, Iserlohn, Köln, Schwerte. Wir „versorgen“ mit unseren Spendensocken hauptsächlich die Region Nordrhein-Westfalen (Bergischer Kreis, Rheinland und Ruhrgebiet). Zusätzlich besteht eine Kooperation mit einem Strickkreis in Buchen (Baden-Württemberg), welcher in erster Linie Socken für ein dort ansässiges Kinderheim strickt“, erzählt Sabine.

Die Stricker/innen und Spender/innen kommen aber aus ganz Deutschland.

„Von Berlin bis München ist alles dabei“, so Sabine. Immer wieder erreichen den Verein auch Socken aus Österreich und der Schweiz.

Mensch zu Mensch

Wer trägt aber die Socken? Treffen die Stricker/innen auch mal die Menschen, die von ihnen gestrickte Socken tragen?

Der persönliche Kontakt zu den Empfängern ist für Stricksocken für RheinBerg besonders wichtig. Die Vereinsmitglieder übergeben die Socken selbst und lernen gleich auch die Organisatoren der Empfängerstellen kennen. Bei manchen Übergaben trifft das „Stricksocken“-Team auch direkt einige Empfänger.

„Wir bekommen immer ein Feedback von den Empfängerstellen, wenn die Socken an die dazugehörigen Füße gebracht wurden. Das kann eine Postkarte sein, eine Mail mit Fotos der glücklichen Empfänger, ein Bericht auf Facebook oder ein netter Brief, wie wir ihn gerade letzte Woche von einem älteren Herrn erhalten haben“, teilte uns Sabine mit.

Dieser Brief erreichte vor kurzem Stricksocken für RheinBerg e.V.

„Was all diese Rückmeldungen gemein haben: sie zeigen uns, dass ein paar Socken nicht einfach nur ein paar Socken sind. Handgestrickte Socken vermitteln nicht nur Wärme, sondern geben auch ein Gefühl der Geborgenheit. Da ist alles dabei zwischen „da hat jemand an mich gedacht“ über „da hat sich jemand Mühe gemacht“ bis hin zu dem kleinen Stückchen Luxus, etwas Einmaliges zu besitzen. Denn jedes handgefertigte Paar ist ein Unikat – mit Liebe gestrickt. Die Socken spenden aber nicht nur Wärme und Geborgenheit, sondern geben den Menschen, die oft am Rande der Gesellschaft leben, auch ein Stück das Gefühl, keine Außenseiter zu sein; etwas Besonderes zu sein“, sagt Sabine dazu.

Ein Tag im Verein „Stricksocken für RheinBerg e.V.“

Die Socken wollen aber nicht nur gestrickt, sondern auch noch verpackt, versendet und überreicht werden.

Die Pakete mit Spenden gehen beim Verein fast täglich ein. Im nächsten Schritt werden die Stricksocken nach Größen sortiert, registriert, fotografiert, etikettiert und in die jeweilige Sammelkiste oder den Vakuumbeutel eingepackt.

Das Gleiche passiert auch mit Sockenwolle, bis sie dann an Stricker/innen verteilt wird. Einmal pro Woche werden die Sockenwollpakete gepackt und an Sockenstricker/innen versendet.

Marita Sennert bei der Übergabe von Stricksocken an das Kinder- und Jugenddorf Klinge in Sekach, Baden-Württemberg.

Die Sockenübergaben finden vor allem zwischen September und Februar statt; mit der Vereinbarung von Terminen startet man aber schon im Juli.

Nicht nur Gutes tun, sondern auch die Weitergabe der Aktion ist ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit. Über alle Spendeneingänge und erfolgreiche Übergaben wird auf dem Blog und in sozialen Medien, vor allem auf Facebook und Instagram, aber auch auf Twitter, berichtet.

Erika Keuchel bei der Übergabe von Stricksocken an das Kinderhospiz-Sterntaler

Der unmittelbare Austausch zwischen Stricker/innen geschieht aber nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch auf den Stricktreffen, die in unregelmäßigen Abständen stattfinden.

Zum täglichen Geschäft gehört weiterhin die vereinsinterne Organisation wie Buchhaltung und Mitgliederverwaltung sowie die Kontaktpflege mit den Unterstützer/innen.

Gestrickte Geborgenheit von ganzem Herzen

Obwohl es hauptsächlich um Stricksocken geht, gibt es hin und wieder Zugaben in Form von Kuscheltieren für Kinderheime und Kinderhospizen. Auch Mützen, Schals und Handstulpen werden ab und zu als Spenden für Obdachlose angenommen.

 

Für Sabine steht die „gestrickte Geborgenheit“ im Mittelpunkt des Vereins. Ein tolles Motto! Die täglich erscheinenden Fotos mit gespendeten Socken auf Facebook und im Blog des Stricksocken für RheinBerg e.V. sind der beste Beweis dafür.

Neue Mitstricker/innen schließen sich dem Verein vor allem über soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram an. Die Fotos von Socken spielen dabei eine besonders wichtige Rolle. „Die Mitstricker/innen zeigen in den sozialen Medien ihre Socken und schreiben, dass diese für Bedürftige sind. Das macht die Leute neugierig und aufmerksam auf uns“, erzählt Sabine.

Die Aktionen im lokalen Wollgeschäft in Bergisch Gladbach helfen dem Verein ebenfalls, weitere Unterstützer/innen zu gewinnen. Ganzjährig können hier Stadteinwohner Mini-Socken als Schlüsselanhänger im Austausch gegen eine kleine Spende bekommen.

Stricksocken unterstützen

Was wäre aber ein Verein ohne seine Unterstützer/innen? Sabine erzählte dem Wir von Hier Team, wie man den Stricksocken für RheinBerg e.V. unterstützen kann. Vielleicht ist da auch etwas für dich dabei?

„Es gibt ganz viele Möglichkeiten, uns zu unterstützen. Man kann Socken in jeder Größe stricken und einschicken (bitte nur aus Sockenwolle und neue/ungetragene Socken). Wer keine Socken stricken kann: ab und zu (nach vorheriger Ankündigung) haben wir Aktionen, bei denen wir auch sogenannte „Zugaben“ akzeptieren. Also Schals und Mützen oder Armstulpen für Obdachlose“.

 

Aber auch wenn du nicht stricken kannst, ist das überhaupt kein Problem! „Gerne nehmen wir auch Spendenwolle (Sockenwolle) in ganzen Knäulen und Resten (ab ca. 5 g) an, die dann an unsere Mitstricker/innen verteilt werden und zu 100 % den Bedürftigen in Form von Socken zukommen“, erzählte uns Sabine.

Außerdem kannst du den Verein finanziell unterstützen. „Von den Spendengeldern werden u.a. Portokosten übernommen (die Spendenwolle muss ja irgendwie zu den Mitstricker/innen kommen) und wir drucken hin und wieder Werbeflyer aus, um auf den Verein aufmerksam zu machen“, so Sabine im Gespräch mit uns.

Last but not least: auch bei den Online-Einkäufen, zum Beispiel über Smile.Amazon und WeCanHelp, kannst du den Stricksocken für RheinBerg e.V. unterstützen. Die Spendenplattformen geben einen bestimmten Prozentsatz des Einkaufs an den Verein, den Käufer kostet es aber nichts.

Willst du mehr über den Verein wissen? Schau dich auf der Website des Stricksocken für RheinBerg e.V. um und informiere dich, wie du im Verein aktiv werden kannst!

Hast du auch Ideen, wie du in deiner Nachbarschaft helfen kannst? Tausche dich auf Wir von Hier mit deinen Nachbarn aus und finde Unterstützung für deine Initiative!


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Bildquellen: Alle Bilder © Stricksocken für RheinBerg e.V. (Website und Facebook