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Gartenstadt – zwischen Stadt und Land

Vor 120 Jahren hat der britische Architekt Ebenezer Howard das Modell einer Gartenstadt entworfen. Mit der Industrialisierung kamen immer mehr Menschen in die Städte, die Urbanisierung nahm rapide zu. Die Gartenstadtpioniere wollten dagegen kämpfen und mit der Gartenstadt die strikte Trennung von Stadt und Land aufheben.

In erster Rolle löste das Buch von Ebenezer Howard „Garden Cities of To-morrow“ weltweit die Gartenstadt-Bewegung aus. Die Menschen auf der ganzen Welt riss der Gedanke mit, aus den überfüllten Städten ins Grüne zu ziehen, aber trotzdem die Vorteile einer Stadt beizubehalten.

Großbritannien gilt als die Heimat der Gartenstadt und Letchworth Garden City in der Grafschaft Hertfordshire entsprechend als der erste Realisierungsversuch, eine Gartenstadt zu bauen. Letchworth war das Vorbild vieler ähnlichen Siedlungen im In- und Ausland, die sich ebenfalls „Gartenstadt“ nannten.

Allerdings hatten die meisten dieser Siedlungen nicht so viel mit dem ursprünglichen Modell von Ebenezer Howard gemeinsam. Der britische Architekt legte besonders viel Wert auf die Selbstversorgung der Gartenstädte und auf die Mitbestimmung der Bewohner. Heutzutage wird der Begriff „Gartenstadt“ aber in der Umgangssprache irrtümlich für alle besonders begrünte Städte verwendet.

Auch in Deutschland fand die Gartenstadtbewegung Anklang. Die unterschiedlichsten Variationen der Gartenstadt finden sich überall in Deutschland – von München bis Berlin.

Spaziergang in der Gartenstadt Falkenberg

Das Wir von Hier Team hat sich in der Berliner Nachbarschaft nach Gartenstädten umgeschaut und bei einem Spaziergang in der Gartenstadt Falkenberg die schönen Seiten solcher Siedlungen vor Ort entdeckt.

Als Folge der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg entstanden in Berlin mehrere neue großflächige Wohnsiedlungen, und unter anderem auch die städtischen Ensembles, die heute als „die Siedlungen der Berliner Moderne“ bekannt sind.

Seit 2008 zählen 6 solcher Siedlungen aus den 1910er-1930er Jahren zum Welterbe der UNESCO: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Großsiedlung Britz, Wohnstadt Carl Legien, Weiße Stadt und Großsiedlung Siemensstadt.

Die Gartenstadt Falkenberg liegt im Südosten Berlins, zwischen den Ortsteilen Altglienicke und Bohnsdorf. Sie entstand zwischen 1913 und 1916 auf der ca. 70 ha großen Fläche des Gutes Falkenberg im Bezirk Treptow-Köpenick nach dem Projekt des Architekten Bruno Taut und war eine Antwort auf das Berliner Mietskasernen-Elend am Anfang des 20. Jahrhunderts.

Alle Gebäude in Berlin-Falkenberg sind bunt, die kräftigen Farben brachten der Siedlung sogar den Beinamen – „Tuschkastensiedlung“. Die Häuser sind entlang des Gartenstadtweges in versetzten Reihen angeordnet und springen die Straße entlang. Diese ungewöhnliche Planung macht die Gartenstadt Falkenberg alles Anderes als langweilig!

Was denkst du: Ist die Gartenstadt-Idee auch noch heute aktuell? 🙂

Auf Wir von Hier kannst du dich mit deinen Nachbarn darüber jederzeit austauschen. Los geht’s!


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